Gutes Beispiel: Wasserspielplatz im Lutschgenpark in Pößneck

Beispiel für Handlungsmöglichkeit: Erhalt und Schaffung offener Wasserflächen und -läufe

Offene Wasserflächen erzielen durch Verdunstung an die Umgebungsluft an heißen Tagen eine positive Wirkung für das lokale Kleinklima und verbessern somit die Aufenthaltsqualität in ihrer Umgebung als Orte mit Erfrischungsfunktion. Wasserspielplätze kombinieren dabei besonders gut die physiologischen und sozialen Aspekte offener Wasserflächen.

Im Rahmen der 1. Thüringer Landesgartenschau, welche im Jahr 2000 stattfand, wurde in viele verschiedene Vorhaben investiert, die die Aufenthaltsqualität in Pößneck nachhaltig verbessern sollten. Neben der Schaffung und Ertüchtigung von Grünflächen, wie der Einrichtung einer Grünanlage im Stadtzentrum und der Entstehung des Lutschgenparks auf einer alten Industriebrache, wurde der Letztere zudem mit einem Wasserspielplatz ausgestattet.

Der Bau des Wasserspielplatzes wurde gemeinsam durch die Landesgartenschau und die Kreissparkasse Saale-Orla finanziert.

Das Wasser wird aus einem eigen dafür vorgesehenen Brunnen gepumpt. Die Bodenwasserqualität wird jährlich geprüft. Da aufgrund des Abflusses in einen Naturteich der Spielplatz nicht chemisch gereinigt wird, müssen regelmäßige Pflege- und Reinigungsarbeiten mit Hochdruckreiniger durchgeführt werden. Darüber hinaus stehen am Wasserspielplatz im Lutschgenpark hin und wieder Instandsetzungsarbeiten (Installation, Wartung) an, welche bei ähnlichen Projekten auch eingeplant werden sollten. Im Detail werden dabei bspw. die Pflasterung und die Wand des Spielplatzes gereinigt, die Edelstahl- und Holzteile von grünem Belag (Algenbewuchs/Biofilm) befreit und neuer Sand (der mit der Zeit von vielen Schuhen weggetragen wurde) nachgeliefert.

Einen Überblick zu den Initial- und Folgekosten gibt Abbildung 2.

Abb. 1: Sommertag am Wasserspielplatz in Pößneck

Abb. 1: Sommertag am Wasserspielplatz in Pößneck

(Bildquelle: Jakob Maercker/ThINK)
Abb. 2: Überblick der Kosten und des Wasserverbrauchs bei einem vergleichbaren Bau

Abb. 2: Überblick der Kosten und des Wasserverbrauchs bei einem vergleichbaren Bau

(Datenquelle: Stadt Pößneck, Bildquelle: Alexandra Nozik/ThINK)

Lutz Wagner aus dem Fachbereich Bau und Stadtentwicklung der Stadt Pößneck, empfiehlt:

„Bei der Einrichtung von ähnlichen Anlagen ist auf die hygienische Qualität des Wassers streng zu achten, sodass mindestens Badewasserqualität langfristig gewährleistet ist. Für kleinere Anlagen (z.B. Sprinkleranlagen), die einen Erfrischungseffekt mit Wasser erzielen sollen und beispielsweise in KiTas, Schulen oder Ferienanalgen installiert werden könnten, ist die Verwendung von Trinkwasser nötig: „Mut zum Rasensprenger – das gibt super Spaß und hilft dem Gras“

Lutz Wagner misst dem Wasserspielplatz im Lutschgenpark eine hohe Wohlfahrtswirkung für die Pößnecker Bevölkerung zu. Er wird sehr gut angenommen und ist im Sommer ein stark frequentierter Erholungs- und Erlebnisort. Er wirkt wie ein Magnet für Kinder, Familien, Schulen sowie organisierte Ferienbetreuungsangebote. Vereinzelt reisen sogar Menschen aus Nachbarstädten an, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut angebunden sind, um den Wasserspielplatz aufzusuchen.

Abb. 3: Der Wasserspielplatz im grünen Lutschgenpark bietet Abkühlung an heißen Sommertagen

Abb. 3: Der Wasserspielplatz im grünen Lutschgenpark bietet Abkühlung an heißen Sommertagen

(Bildquelle: Jakob Maercker/ThINK)

weiterführende Informationen

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Integriertes Maßnahmenprogramm zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Freistaat Thüringen - IMPAKT

 

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Klima Invest - Kommunale Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungsmaßnahmen

Thüringer Klimaagentur

Fachreferat des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz