Flexibilisierung von Saison-/Öffnungszeiten und Eintrittspreisen kommunaler Freizeit- und Erholungseinrichtungen, Flexibilisierung von Geschäftsöffnungszeiten und Arbeitszeiten der kommunalen Betriebe

Der beste Schutz der Bevölkerung vor Hitze ist deren Vermeidung. Kommunen können ihre Einwohner und Mitarbeiter bei der Hitzeprävention unterstützen, indem sie ihnen eine breite Palette von Optionen und Anreizen für einen hitzeangepassten Tagesablauf offerieren. Gleichzeitig sind die Kommunen gefragt, dieses Gesundheitsbewusstsein an die ansässige Wirtschaft und den Einzelhandel weiterzugeben. Das kann über Information, Satzungen/Verordnungen und finanzielle Unterstützung bei hitzebedingten Mehrkosten, koordiniert und begleitet durch das örtliche Klimamanagement geschehen.

Länger geöffnet für körperliche Erholung am Abend (Bildquelle: Depositphotos.com)

Abb. 1: Länger geöffnet für körperliche Erholung am Abend

(Bildquelle: Depositphotos.com)
Ziel ist es, allen Menschen im Verwaltungsgebiet die Möglichkeit zu geben, ihre privaten und geschäftlichen Aktivitäten so zu planen, dass sämtliche Aufenthalte im Freien bei Gefahr für die eigene Gesundheit durch Hitze, UV-Strahlung und Ozon-Belastung in die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegt werden können. Das erfordert eine breite Flexibilisierung von Saison-/Öffnungs- und Arbeitszeiten.

Kommunen können dies vielfältig befördern, indem sie:

  • für alle kommunalen Freizeit- und Erholungseinrichtungen, wie Freibäder, Tierpark/Zoo, Gartenparks etc., die Öffnungszeiten flexibilisieren und saisonal ausweiten
  • Eintrittspreise anpassen, z. B. Früh-/Spättarife, sowie tagesaktuelle Hitze-Sonderrabatte anbieten (z. B. bei heißen, sehr heißen Tagen und nach Tropennächten)
  • Arbeitszeiten kommunaler Betriebe anpassen, die viel im Freien arbeiten (z. B. Stadtwerke/Müllabfuhr, Grünämter) ggf. in Verbindung mit hitzebedingten Sondergenehmigungen für den Lärmschutz
  • den Einzelhandel anregen, Rabatt-/ Bonusangebote zu etablieren bzw. Leitungs-/ Trinkwasser kostenlos anzubieten
  • die ansässige Wirtschaft informieren und beraten, z. B. durch Schulungsangebote (betroffene Berufsgruppen sind z. B. Maurer, Dachdecker, Fassadenreiniger, Straßen- und Gleisbauer)
  • kommunale Ausschreibungen für Freiluftarbeiten hitzepräventiv planen

Die Umsetzung dieser Maßnahme erfordert personelle und finanzielle Planung und Koordinierung in der Kommunalverwaltung, mit den Stadt- oder Gemeindewerken, Eigenbetrieben, angebundenen Dienstleistern und der lokalen Wirtschaft. Das kann bspw. ein ressortübergreifendes Klimamanagement leisten. Verwaltungsstrukturelle Erfordernisse, wie die Erteilung von Ausnahme- und Sondergenehmigungen für den Lärmschutz (z. B. Müllabfuhr) bzw. Ladenöffnungszeiten, können kurzfristig intern beschlossen und im Rahmen geltenden Bundes- und Landesrechts ausgeschöpft werden. Größere Ausnahmen müssen mit dem Landesverwaltungsamt abgestimmt werden.

Siehe auch: Gutes Beispiel "Anpassung der Eintrittspreise an Hitzetagen im Geraer Tierpark"

Arbeitstag ohne Hitzestress (Bildquelle: Depositphotos.com)

Arbeitstag ohne Hitzestress

(Bildquelle: Depositphotos.com)

Ansprechpartner:

Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (www.thueringen.de/th7/tmasgff/index.aspx)

Thüringer Landesverwaltungsamt (www.thueringen.de/th3/tlvwa/index.aspx)

Kommunale Gesundheitsämter

Stadtverwaltung/ Landratsamt

weiterführende Informationen

IMPAKT

Integriertes Maßnahmenprogramm zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Freistaat Thüringen - IMPAKT

 

KlimaInvest

Klima Invest - Kommunale Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungsmaßnahmen

Thüringer Klimaagentur

Fachreferat des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz